Als... der Mensch nach der Eiszeit ca. vor 10000 bis 16000 Jahren in der Lage war für sich und seine Sippe ständige Siedlungsgebiete zu erschließen, und deren administrative Versorgung planmäßig von Überlandtransporten auf das Wasser zu verlagern, begann er die natürlichen Gewässerregime zu seinem Nutzen um- und auszubauen.

Dass hierbei in den vom ihm geformten "überschaubaren" Gewässerabschnitten, neben der bequemen Möglichkeit zur Ableitung häuslichen Unrats, auch die Hochwassergefahr gebannt werden konnte, galt sicher damals, wie noch heute,  als willkommene Errungenschaft moderner Zivilisation.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts, gilt der Raum, den ein Gewässer zur Ableitung seiner Wassermengen beanspruchen muss, verstärkt als wertvoller "technisch" erschließbarer Bereich, in dem neben  Grundwasser-Gewinnung, dem Bau von Abwasserreinigungsanlagen, der Möglichkeit des Frachttransports, vermehrt die Erschließung von Wohnland größere Bedeutung erhält.
In der Idylle von Refugien natürlich gebliebener Rückzugsbereiche für Mensch und Tier, wird der Anspruch zur extensiven Freizeitnutzung immer unübersehbarer...

  
Hochwasserschutz

Gerade Heute, im Zeichen eines sich verändernden Klimas, 
der zunehmenden Verdichtung urbaner Siedlungsgebiete,
werden wir uns mehr und mehr bewusst,
dass die Hochwasserableitung aus vom Menschen beanspruchten Kulturgebieten, nur in der Weise funktionieren kann, wenn die gewaltig im Flussbett abfließenden Fluten Möglichkeiten finden seitlich auszuufern.
Im Zeitalter der "technischen Machbarkeit", werden dabei die Spannungsfelder mit gleichwertig anderen,  teilweise entgegen gesetzten Nutzungsinteressen, immer augenfälliger.
Die Spirale der Anspruchsinteressen wächst, und nimmt längst schon im Vokabular der Anspruchsbegründungen ihren unumkehrbaren Lauf... 

Das in Flussauen angesiedelte aquatische Leben zieht sich immer in kleiner werdende Lebenszirkeln zurück.
Neue, anspruchslosere Tier- und Pflanzenpopulationen siedeln sich in den "umbrochenen" Lebensräumen dafür an.
Mit dem fraglichen Erfolg, dass unsere unmittelbare Umgebung verödet, und wir heute, von vielen unbemerkt, unsere Zielvorstellungen bereits freiwillig und als begeisternd formulierte Neurose so drastisch einzuschränken bereit sind, dass uns Urlaubs- und Freizeiterinnerungen zum "Naturerleben" genügen.

Und erneut werden sich die Wasserbauer entscheiden müssen, wem sie ihr Fachwissen zur Verfügung stellen, wohl wissend, dass in der heutigen Kulturlandschaft das "Rad der Zeit" nicht mehr zurück gedreht werden kann - und dies auch, in unserer komplexen Welt, keinen Sinn ergäbe.
Bestehen bleibt jedoch dabei der uneingeschränkten Respekt für die Entscheidungen der Ingenieure, die sich jeweils in ihrem Fortschrittsverständnis, mit all ihrer Schaffenskraft, im Dienste der Allgemeinheit sahen.

  
 
Naturnaher und technischer Gewässerausbau

In den 1870er Jahren engagierten sich in den Großstädten Vereine für "öffentliche" Gesundheitspflege mit den Fragen der Abwasser- und Gewässerschutzprobleme.
In ihren Leitthemen befassten sie sich mit organisierter Städtehygiene, und stellten uns damit, nicht unumstritten, die Grundlagen für eine zentrale Wasserversorgung und planmäßige Abwasserkanalisation zur Verfügung.
  
Heute buhlen wir, im Spannungsfeld der Industrie, der Landwirtschaft und der Fischzucht, um die Nutzung der Wasserläufe, als "Vorfluter", in der schwankenden Situation, ob Wasser als Abwässertransporteur, als Lieferanten des sauberen Trinkwassers oder als Lebensraum für eine artenreiche Fisch-Fauna zu werten ist. 
Was soll es also sein, dieses Wasser; Garant für die Nutzung menschlichen Überlebens, oder der Bürge für die Entsorgung urbanen Überbleibsels?
Diese Frage bleibt nicht unbeantwortet..., der Pakt unter den Verantwortlichen für zukünftige Kompromisse ist längst geschlossen.
Nur dieser Kompromiss wird solange defizitär bleiben, bis wir bereit sind, die neben uns existierende Tier- und Pflanzenwelt mit in's Boot zu nehmen.

Heute am Beginn des 21. Jahrhunderts, in dem die einzelnen naturwissenschaftlichen Fachdisziplinen bereit sind ihre eigenen Belastungsgrenzen, in Bezug zur natürlichen Belastbarkeit der menschlichen Lebensbereiche offen zu legen, ist die politische Akzeptanz gestiegen, auch in geringfügigen Planungsentscheidungen, der in unseren Vorstellungen "verfremdeten Natur" mehr Freiraum  einzuräumen.

So ist Heute der ökologische Aspekt der Gewässernutzung kein Streitthema mehr.
Wenn es nun den Wasserbauingenieuren gelingt, die von der Hochwassergefahr verängstigte Bevölkerung mit in ihre Zielvorstellungen einzubinden, könnte einer zukunftsfähigen Überlebensperspektive für Mensch und Natur, nichts mehr im Wege stehen.

  
 
Regenwasserbewirtschaftung

Er ist überhaupt vermessen, glauben zu wollen, dass die Natur unserer Hilfe bedarf. Wir sind es, die sich unsere Überlebensräume einschränken, gerade und auch im Wissen, dass wir höchst empfindlich und endlich sind.

Der Schutz von oberirdischen Gewässern, des Grundwassers und die Reduktion der Schmutzstoffe im Regenwasserabfluss, stehen in engem Zusammenhang.
Die Bedingungen der Abwasserreinigung ist die Zielvorgabe,
die natürliche Gewässerbelastung das Maß,
und die Verringerung des Regenwassers - bzw. Oberflächenabflusses, der Beitrag, den der  Mensch mit seinem fortschreitenden urbanen Hunger nach Siedlungserweiterung, für die Möglichkeit zum Schaffen von natürlichem Freiraum zu leisten hat.

  
Regenwassernutzung 

Die Agenda 21 ist das zukunftssichernde Werk zur Überlebensfähigkeit des Menschen in einer vermenschlichten Umwelt.
Mit dem Leitgedanken der Ressourcenschonung von Wasser greifen die von akutem Wassermangel betroffenen Regionen seit Jahrtausenden schon in den natürlichen Wasserhaushalt ein,
sammeln und Beuten aus...
Wir, die im Wasserdargebot begünstigten, haben noch Zeit zu handeln.
Zum Beispiel mit dem Wasser aus der "Flusswelle", zur Versorgung unserer Industriellen Ballungsräume und urbanen Großraumansiedlungen mit intensiv gereinigtem Flussoberflächenwasser, überschreiten wir bereits in unserer eigenen, natürlichen Vorstellungswelt, mit für Laien unvorstellbarem technischem Know-How, Grenzen, die immer vernetztere  Überlebensstrategien erfordern, und uns dann in immer banaleren Abhängigkeiten zurücklassen.
Und dies in einem Wirkungskreis, der zum Überleben eigentlich keine Wahlmöglichkeiten lässt. Die natürliche Ressource "Wasser", als unabdingbares Lebensgut, wird volkswirtschaftlicher Nutz- und Bar - Wert zugleich.
Natürliche Quellen in den Hainen und Waldlichtungen haben sich bereits ins menschliche Bewusstsein als "belastet ?" eingeprägt.

Offen sind jedoch noch die zukünftigen Kostenbilanzen...I