Wasserbezeichnungen nach der Nutzungsart:
Abwasser:
(ATV; "Geschichte der Abwasserentsorgung; Seiten 17ff)
Definition des Abwassers (DIN 4045):
"Wasser, das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch verunreinigt oder sonst in seinem
Eigenschaften verändert ist oder das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen abfließt.
Als Abwasser gelten auch die aus Anlagen zum Behandeln, Lagern und Ablagern von Abfällen austretenden und gesammelten Flüssigkeiten.

Schmutzwasser (SW):
durch Gebrauch verunreinigtes Wasser
Regenwasser (RW):
abfließender Regen
Fremdwasser:
Grund- oder Regenwasser in Schmutzwasserkanälen
Mischwasser (MW):
gemeinsam abgeleitetes Schmutz- und Regenwasser

 
Agenda lat. "was zu tun ist"
 
Agenda 21 Aktionsprogramm zu Umwelt- und Entwicklungsvorhaben der UN, in dessen 40 Kapiteln Regeln für die nachhaltige Nutzung aller natürlichen Ressourcen festgelegt sind; auf UN - Konferenz für Umwelt- und Entwicklung in Rio de Janeiro [1992] diskutiert und angenommen.
Zur Finanzierung der Umweltschutz- und Entwicklungsvorhaben wollen die Industriestaaten sobald wie möglich 0,7% des Bruttosozialproduktes bereitstellen.

aus der Präambel:
Grundsatz 1
Die Menschen stehen im Mittelpunkt der Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung. Sie haben das Recht auf ein gesundes und produktives Leben im Einklang mit der Natur.

Begriffserklärungen / Anmerkungen zum Text der AGENDA 21


A.) Integrierte Planung und Bewirtschaftung der Wasserressourcen;
Ziele: (Ziff. 18.9)

Dokument zur Agenda 21 (Bundesumweltministerium 1997); Kapitel 18; Seite 160ff
a) die Förderung
eines dynamischen,
interaktiven,
iterativen
und sektorübergreifenden Ansatzes
für die Bewirtschaftung der Wasserressourcen einschließlich die Bestimmung und des Schutzes potentiell verfügbarer Wasservorkommen,
der technologische,
sozioökonomische,
ökologische
und gesundheitliche Aspekte integriert;
"dynamisch": eine Entwicklung aufwesend
"Interaktion": Wechselbeziehung zwischen Personen und Gruppen
"Iterativen": wiederholend
"sektorübergreifende": sachgebietsübergreifend
"technologische": Gesamtheit der technischen Prozesse in einem Fertigungsbereich
"Technologie": Lehre von der Umwandlung von Rohstoffen in Fertigprodukte
"sozioökonomische":
"Soziologie": Wissenschaft zur Erforschung komplexer Erscheinungen und Zusammenhänge in der menschlichen Gesellschaft
"Ökonomie": Wirtschaftlichkeit; sparsame Lebensführung
"Ökologie": Lehre von den Beziehungen der Lebewesen zur Umwelt
"Aspekte": Ansicht; Gesichtspunkt
"Integration": Vervollständigung; Eingliederung
b) die Planung der
nachhaltigen und rationellen Nutzung,
des Schutzes
der Erhaltung
und er Bewirtschaftung der Wasserressource
unter Berücksichtigung
der Bedürfnisse der Allgemeinheit
und der Prioritäten im Rahmen der
nationalen Wirtschafts- und Entwicklungspolitik;
"nachhaltig": aus der Holz- bzw. Forstwirtschaft, bei der höchstens soviel Holz geschlagen wird, wie in derselben Zeit nachwachsen kann.
"rationell": vernünftig; begrifflich fassbar
c) die Planung, Durchführung und Evaluierung
wirtschaftlich effizienter und sozial angemessener Vorhaben und Programme innerhalb klar umrissener Strategien,
ausgehend von einem Ansatz; der die volle Beteiligung der Bevölkerung [...] an der Festlegung der Wasserhaushaltspolitik und an der Entscheidungsfindung vorsieht;
"Evaluation": Bewertung; Beurteilung
"effizienter": wirksam; wirtschaftlich
"Strategien": genau geplantes Vorgehen
d) die Bestimmung und die Verstärkung oder bei Bedarf [...] die Entwicklung der entsprechendenden institutionellen,
rechtlichen
und finanziellen Strukturen,
um sicherzustellen, dass die Wasserhaushaltspolitik und ihre Umsetzung als Katalysator für einen nachhaltigen sozialen Fortschritt
und ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum dienen;
"institutionellen"
"Institution": staatliche Einrichtung
"Struktur": [Sinn]gefüge; innere Gliederung
"Katalysator": ausgelöste, beeinflussende Reaktion

 

C.) Schutz der Wasserressourcen, der Gewässergüte und der aquatischen Ökosysteme
Ziele: (Ziff. 18.36)
 
a) die Bewahrung der Unversehrtheit der Ökosysteme im Einklang mit einem Bewirtschaftungsgrundsatz, der auf die Erhaltung von aquatischen Ökosystemen
einschließlich ihrer lebenden Ressourcen
und dem wirksamen Schutz dieser Ökosysteme
vor jeder Form von Schädigung
auf der Basis von Niederschlagsgebieten ausgerichtet ist;
"aquatischen": dem Wasser agehörend
"Ressource": Rohstoff - Erwerbsquelle
"Ökosysteme": zwischen Lebewesen und ihrem Lebensraum bestehende Wechselbeziehung
b) der Schutz der öffentlichen Gesundheit,
eine Aufgabe, die nicht nur die Bereitstellung hygienisch unbedenklichen Wassers,
sondern auch die Bekämpfung von Krankheitsträgern (Vektoren) in der Gewässerwelt voraussetzt;
"Hygiene": Gesundheitslehre; Gesundheitsfürsorge; Gesundheitspflege
c) die Entwicklung der menschlichen Ressourcen,
die der Schlüssel zur Stärkung der personellen und institutionellen Kapazitäten
und eine Voraussetzung für einen ordnungsgemäßen Schutz der Gewässergüte sind.
"Kapazitäten": hervorragender Fachmann; [Experte] Sachverständiger; Gutachter 
E.) Wasser und nachhaltige städtische Entwicklung
Ziele: (Ziff. 18.57)
 
Entwicklungsziel [...] ist, die Bemühungen und die Möglichkeiten der kommunalen Verwaltungen und der Zentralregierungen,
die Entwicklung und die Produktivität des eigenen Landes durch eine
umweltverträgliche Bewirtschaftung der für den städtischen Verbrauch verfügbaren Wasserressourcen nachhaltig zu sichern, zu unterstützen.
Dieses Ziel zu unterstützen, heißt nach entsprechenden Strategien und Handlungsmöglichkeiten zu suchen
und diese umzusetzen,
um die kontinuierliche Bereitstellung von erschwinglichem Wasser zur Deckung des gegenwärtigen Trend
in Richtung einer Übernutzung und Erschöpfung der Ressourcen umzukehren.
"kommunal": die Gemeinde betreffend
"Kommune": politische Gemeinde; Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft
F.) Wasser für die nachhaltige Nahrungsmittelerzeugung und ländliche Entwicklung
Ziele: (Ziff. 18.68)
 
a) Wasser soll als begrenzte Ressource mit einem wirtschaftlichen Wert
und mit maßgeblichen sozialen
und ökonomischen Wirkungen betrachtet werden,
in denen sich seine Bedeutung für die Deckung der Grundwasserbedürfnisse widerspiegelt;
b) örtliche Gemeinschaften müssen an allen Bereichen der Wasserbewirtschaftung beteiligt werden, [...]
c) die Bewirtschaftung der Wasserressourcen muss im Rahmen eines gesamtpolitischen Maßnahmenkatalogs für die Bereiche
i) Gesundheit
ii) Erzeugung, Konservierung und Verteilung von Nahrung,
iii) Katastrophenschutzpläne und
iv) Umweltschutz und Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen
entwickelt werden;
"politisch": die Politik betreffend
"Politik": Lehre von der Staatsführung; zielgerichtetes Verhalten
"Katastrophe": Unglücksfall großen Ausmaßes; Zusammenbruch
d) es besteht die Notwendigkeit, die Rolle der ländlichen Bevölkerung anzuerkennen und aktiv zu unterstützen,
wobei der Frau besondere Achtung gebührt.
"aktiv": tätig, wirksam, im Dienst stehend
 
Baugruben und Gräben
DIN 4124, Abschn. 4.2.2
DIN 4124, Abschn. 4.2.3

aus "Grundbau in Beispielen" Teil 3
(Dörken / Dehne)
Werner Verlag 2001
ISBN 3-8041-5089-6
Ohne Sicherung:
als "Nicht verbaute Baugruben und Gräben"
max. h <= 1,25 m,
wenn Geländeoberfläche bei:
"nichtbindigen" Böden
Neigung <= 1:10
"bindigen Böden
Neigung <= 1:2

Geringfügige Sicherung:
als "Nicht verbaute Baugruben und Gräben"
wenn Geländeoberfläche Neigung <= 1:10,
bei "steifen, nichtbindigen" Böden oder Fels:
max. h <= 1,75 m,
wenn der über 1,25 m über der Sohle liegende Erdwandteil unter einem Winkel
b < 45° abgeböscht oder in oberen Bereich durch einen Verbaustreifen gesichert wird. Bei festem Straßenoberbau (Bitumenbelag) auch Saumbohlen mit > 20 cm zulässig!

Einschränkungen:
-
Störungen des Bodengefüges wie Klüfte oder Verwerfungen
- zur Einschnittsohle hin fallende Schichtung oder Schieferung
- nicht oder nur wenig verdichtete Verfüllungen oder Aufschüttungen
- Grundwasserabsenkung durch offene Wasserhaltung
- Zufluss durch Schichtenwasser
- nicht entwässerte Fließsandböden
- starke Erschütterungen aus Verkehr, Rammarbeiten, Verdichtungsarbeiten oder Sprengungen.

zul. Böschungswinkel:
nicht verbaute Baugruben und Gräben in Tiefen > 1,25 m bzw. 1,75 m müssen mit abgeböschten Wänden hergestellt werden.
Böschungswinkel ohne Nachweis der Standsicherheit:
bei "nichtbindigen" oder "weichen" Böden:
b = 45°
bei "steifen" oder "halbfesten" Böden:
b = 60°
bei Fels:
b = 80°

Bermen:
waagerechte Absätze in Böschungen (Bermen) müssen mindestens 1,50 m breit sein und in Stufen von höchstens 3,00 m Höhe angeordnet werden.

Nachweis der Böschungssicherung erforderlich:
-
bei "senkrechten" Wänden und bei Nichterfüllung der v.g. Bedingungen
Böschungen die mehr als 5,00 m hoch sind
- Böschungen die von den v.g. Böschungsneigungen abweichen, wobei eine Böschungsneigung von mehr als 80° in keinem Falle zulässig ist!
wenn vorhandene Leitungen oder andere bauliche Anlagen gefährdet werden können
- das Gelände neben der Graben - bzw. Böschungskante stärker als 1:10 ansteigt oder unmittelbar neben dem Schutzstreifen von 60 cm eine stärker als 1:2 geneigte Erdaufschüttung bzw. Stapellasten von mehr als 10 kN/m² zu erwarten sind
- die nach StVZO allgemein zul. Straßenfahrzeuge sowie Bagger oder Hebezeuge bis zu 12 t Gesamtgewicht nicht eine Abstand von mindestens 1,00 m zwischen der Außenkante der Aufstandsfläche und der Graben- bzw. Böschungskante eingehalten werden kann.
- schwerere Fahrzeuge und Fahrzeuge mit höheren Achslasten (> 12 t Gesamtgewicht nicht einen Abstand von mindestens 2,00 m wischen der Außenkante der Aufstandsfläche und der Graben- bzw. Böschungskante eingehalten werden kann.

 
Besetzen von Gewässern
mit Fischbrut oder Sömmerlingen
  
in Abhängigkeit von der Größe und der Struktur des Gewässers werden Besatzpläne entwickelt:
  
Gewässertiefe bis 10 cm:
Brutfische 100 - 200 pro 100 m²

Gewässertiefe 10 - 15 cm:
Halbjährige Fische 25 - 50 pro 100 m²

Gewässertiefe 15 - 40 cm:
Einjährige Fische 10 - 20 pro 100 m²

Gewässertiefe tiefer als 40 cm:
Zweijährige Fische 5 - 10 pro 100 m²

Viele Bachläufe haben noch keinen natürlichen Forellen bzw. Salmonidenbesatz erlangt.
Bis ein guter Zustand des Gewässers erreicht ist, ist es also nötig mit Besatzfischen nachzuhelfen.
 
Fremdwasser
ATV - DVWK Bundes- und Landesverbandstagung 2001
Vortrag: Bernd Haller, Karlsruhe

 

 

 

 

Unterscheidung in:
Fremdwasseranteil (FW)
Fremdwasserzuschlag

"Abflüsse, die  in einem Abflusssystem unerwünscht sind."
bezogen auf den Schmutz- oder Trockenwetterabfluss.

Fremdwasser umfasst nach der DIN 4045 neben über undichte Kanäle eindringendes Grundwasser, unerlaubt über Fehlanschlüsse eingeleitetes Wasser (Drainagen, Schichtenabflüsse, Regenwasser) sowie einem Schmutzwasserkanal zufließendes Oberflächenwasser (z.B. über Schachtabdeckungen).

Fremdwasseranteil (FW):
Bezugsgröße ist der Trockenwetterzufluss Qt.
Fremdwasseranteil FW = 
(Fremdwasserzufluss) / (Trockenwetterzufluss)
Schwankt in der Praxis
zwischen 15 und 70 %.

Fremdwasserzuschlag:
Bezugsgröße ist der Schmutzwasserzufluss Qs.
Fremdwasserzuschlag = 
(Fremdwasserzufluss) / (Schmutzwasserzufluss)

Kann in der Praxis mehrere 100% und in Spitzenmonaten auch über 1000 % betragen.

 
Grauwasser Abwasser aus Dusche, Badewanne und Handwaschbecken
 
Laichzeiten
gefährdeter Fließgewässerfischarten
 (LANU-SH 1999)
Bachneunauge:
Laichzeit: März bis Juni
Hauptlaichzeit: April - Mai
Flussneunauge:
Laichzeit: März bis Mai
Hauptlaichzeit: April
Meerneunauge:
Laichzeit: Mai bis Juli
Hauptlaichzeit:
Juni - Juli
Lachs:
Laichzeit: November bis Januar
Hauptlaichzeit:
Dezember
Forelle:
Laichzeit: Oktober bis Januar
Hauptlaichzeit:
Dezember
Elritze:
Laichzeit: Mai bis August
Hauptlaichzeit:
Juni - Juli
Hasel:
Laichzeit: März bis Mait
Hauptlaichzeit: Mai
Bachschmerle:
Laichzeit: April bis Juni
Hauptlaichzeit:
Mai - Juni
Mühlkoppe:
Laichzeit: Februar bis Mai
Hauptlaichzeit:
März - April
 
Entwicklungsziele der Regenwasserbewirtschaftung a) Vorgabe des guten ökologischen Zustands für alle Gewässer.
b) Forderung nach der Güteklasse II für alle Gewässer in der Bundesrepublik Deutschland.
c) als Grundlage der Kläranlagenplanung: zulässiger Ablaufwert (Emission) von maximal 15 mg/l BSB5
 
Leitbild der Regenwasserbewirtschaftung WHG, § 1a (2):
"Jedermann ist verpflichtet, bei Maßnahmen, mit denen Einwirkungen auf ein Gewässer verbunden sein können, die nach den Umständen erforderliche Sorgfalt anzuwenden, um eine Verunreinigung des Wassers oder eine sonstige nachteilige Veränderung seiner Eigenschaften zu verhüten, um eine mit Rücksicht auf den Wasserhaushalt gebotene sparsame Verwendung des Wassers zu erzielen, um die Leistungsfähigkeit des Wasserhaushalts zu erhalten und um eine Vergrößerung und Beschleunigung des Wasserabflusses zu vermeiden".
 
Pedosphäre Teil der Biosphäre, die oberste, meist etwa 5 m tiefe Bodenschicht, die von Lebewesen besiedelt ist
 
Subsidiaritätsprinzip Grundsatz dass eine gesellschaftliche oder staatliche Aufgabe soweit möglich von der jeweils unteren (kleineren) Einheit wahrgenommen wird, z.B. im Verhältnis von Staat und Gemeinde; Gemeinde und Bürger.
Versicherungsschutz
bei Rückstauschäden
Zum Versicherungsschutz in der Wohngebäude-Versicherung, nach üblichen Bedingungen, gehören bei "nichtversicherten" Schadensfällen auch die Rückstauschäden, die nach größeren Unwettern auftreten.
Rückstauschäden waren in der Elementarschaden-Versicherung der SV Gebäudeversicherung AG (früher: Gebäudeversicherung Baden-Württemberg AG) nur in den Verträgen mitversichert, die bis zum 01.07.1994 abgeschlossen waren, unter der Voraussetzung, dass ein funktionsfähiges Rückstauventil vorhanden war!
wird laufend in alphabetischer Reihenfolge ergänzt und fortgesetzt...