Erschließungsplanungen

Die Betrachtungsweise einer wasserbaulichen Rahmenbedingung für Erschließungsvorhaben erfolgt unter dem Anspruch einer umweltverträglichen Zusammenführung durchaus unterschiedlicher Interessen, die innerhalb eines Siedlungsgebietes, unter Menschen, auch in Bezug zu seiner natürlichen Umwelt, zu regeln sind.

Heute ist die Ableitung des häuslichen Schmutzwassers eine Grundforderung unserer modernen Zivilisation.

Seit 1842, nach einer verheerenden Typhus - Epidemie in Hamburg, und damit in Deutschland, die erste kommunale Kanalisation gebaut worden ist, haben wir uns wieder an den abwassertechnischen  Stand der "alten" Römer angeglichen. 

  

      

Die zunehmende Versiegelung von Flächen, die als lebensfeindlicher Lebensraum für die "Natur" innerhalb einer menschlichen Gesellschaft, Stück für Stück aus den natürlich gebliebenen Arealen rekrutiert wird, fordert jedoch im Prinzip der kontrollierten Ableitung von Regenwasser ein Umdenken .
Die bisherige Entwicklung forciert auf der Soll - Seite, den Ausbau von Kläranlagen für immer sich weiter steigernde  Mischwasserzuflüsse, und erhält zugleich im "Haben" eine Unterbrechung des natürlichen Kreislaufes zur Bildung von Grundwasserreserven. 

Die Abflussmengen des Regenwassers in den Bächen und Flüssen schwellen in immer kürzer werdenden Abständen an, und erfordern im Gegenzug, den  Ausbau von leistungsfähigeren Gewässerprofilen, die wiederum die Hochwassergefahr für urbane Siedlungen steigern.
Fast unbemerkt verarmen dabei die aquatische Populationen in ihren angestammten Gewässern. 
Dieser sich fatal entwickelnde "Reparaturkreislauf" droht, zumindest in der langfristigen Entwicklungsprognose, auch für die Lebensqualität des Menschen aus allen Fugen zu geraten.

  
  

 Kanalisationsoptimierungen

Wasserwirtschaftliches Ziel einer Erschließung von Wohnsiedlungen, ist die Mindestbeeinträchtigung der natürlichen Umweltbedingungen. Erst durch die Ableitung des Regenwassers aus den Siedlungsgebieten, wird die "Versiegelung der Landschaft" zum wasserwirtschaftlichen Problem.
Die Frage nach der Nichtableitung von Regenwasser, dürfte sich beim Stand der heute erreichten Lebensbedürfnisse, zumindest planmäßig "freiwillig", oder aus der Logik von Erschließungsplanungen, kaum stellen!
Die Versickerung von Regenwasser auf den Grundstücken selbst, kann nur in Bezug zur individuell dafür geeigneten Grundstücksflächen zu realisieren sein. Im Anspruchsdenken des betroffenen Einzelnen, wird eine planende Kommune rasch aber an rechtliche Grenzen stoßen.

  
  

Kostenermittlungen

Das Zeitalter der "strikten" Regenwasserableitung gehe zu Ende, stellt Prof. Sieker in einer Erklärung fest.
aber nur dann, wenn dieser Gedanke bereits im Rahmen von  Kostenanalysen, für die aktiv beteiligte Bevölkerung einen Grund zur Nachahmung findet.

Einen weiteren Zugang zu dieser unabdingbaren Notwendigkeit  liefert die Analyse von ökologischen Gesamtzusammenhängen, wenn der betroffene Einzelne bereit ist, seine Überlebensstrategien, ohne "wenn und aber" zu formulieren, auch in der Einsicht, 
für sein Tun, und sein eigenes Lebensinteresse, die Verantwortung für das Mitgeschöpf zu übernehmen.

Ein Anspruch, der sicher unsere realen Kräfte übersteigen lässt.

  
  

Bauausführung

Heute, im Zeichen eines neuen Aufbruchs in eine "globale" Weltschicksalsgemeinschaft, bietet sich in erklär-, und ohne Furcht erfassbaren Zukunftsmodellen an, die Motivation von Menschen für solche Entwicklungen zu gewinnen... 

  
 

Bauleitung

Unser Wohlstand, lassen wir uns nicht von der Entwicklung trügen, fußt im Ressourcenverbrauch, der zu Lasten ökologischer Stabilität, weltweiter Gerechtigkeit und kommender Generationen geht...
Zukunftsfähiges Deutschland 1966

   

Abrechnung

Die Forderung der Männer des ausgehenden 19. Jahrhunderts (die damals vor akuten Gesundheits- und Hygieneprobleme standen), endlich Lösungsmöglichkeiten in einer ausgewogenen natürlichen Regenwasserableitung, in Balance zur für die Natur erforderlichen Gewässergüte - Entwicklung umzusetzen, steht noch immer in der Agenda unserer Zeit.
Diese zur Verfügung stehende Zeit schwindet zusehends.

   

Neue Anforderungen an eine zukünftig nachhaltige Lösung von wasserwirtschaftlichen Problemen, die Umweltansprüche im urbanen Bedarfsdenken mit den Gedanken eines effektiven Naturschutzes  koppeln, dürfen das Augemaß auf das jeweils Machbare nicht aus den Augen verlieren.

Unsere fortschrittlichen Vorväter waren in dieser Tradition bereits, mit aller geistigen Kraft, ihren Mitmenschen verpflichtet gewesen...